Hummeln nisten normalerweise in Mäusenestern oder Maulwurfsnester, die oft tief versteckt sind und deren Zugang sehr verzweigt sein kann. Ein Hummelnest entwickelt spezifische Düfte, die sich in einem versteckten Mäusenest verteilen, bevor sie ins Freie gelangen. Bei einem Hummelkasten hingegen treten diese Düfte konzentriert aus – sei es durch die Spalte zwischen Deckel und Kasten oder durch den Eingang, wenn keine Klappe eingebaut ist.
Die Wachsmotte orientiert sich an diesen Gerüchen. Ein Kasten ohne Klappe ist wie ein offenes Buffet für sie. Am Übergang zwischen Kasten und Deckel kann sie ihre Eier ablegen, und die Maden finden durch den Geruch ihren Weg zum Nest.
Ein weiteres Problem ist der häufige Einsatz von Kartons im Inneren des Kastens. Diese sind oft zu klein; zudem fehlt es an ausreichender Belüftung, da der Karton schnell voll wird. Die Hummeln erzeugen Wärme und bringen Feuchtigkeit ein – beides muss aus dem Kasten entweichen können. Bei Kartons besteht zudem das Risiko, dass Teile aufweichen und die Hummeln in den Zwischenraum gelangen, ohne zurückfinden zu können.
Der Kasten selbst muss zudem monatelang witterungsbeständig sein, ohne Risse zu bekommen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Wenn schon ein Kasten verwendet wird, dann sollte er so gut wie möglich gestaltet sein: Die Hummelkönigin hat nur eine Chance in ihrem Leben, Nachkommen zu bekommen.
Es gibt auch häufig Bedienungsfehler oder Unachtsamkeiten zu beachten. Der Kasten sollte im Sommer unbedingt im Schatten stehen; ein Umstellen ist oft nicht einfach möglich. Ein Zwangseinsetzen von Hummeln ist ebenfalls problematisch: Oft werden weit entfernte Hummeln gefangen, zum Nest transportiert und einfach hineingesetzt. Allein das Einsetzen einer Hummel aus dem eigenen Garten kann für die Hummel ein Risiko darstellen. Wenn nacheinander Hummeln eingesetzt werden, die möglicherweise bleiben möchten, kann es zu Kämpfen untereinander kommen, die sehr oft tödlich enden.
Die Hummelklappe benötigt zudem etwas Beobachtung, damit sie niemals verschlossen bleibt. Regenwasser oder Tau können sie ankleben lassen, ebenso wie verlorener Pollen. Auch sollte man durchaus den Kasten auf Wachsmottenbefall kontrollieren – sprich: aufmachen und reinschauen. Das ist nicht jedermanns Sache. Bei Wachsmottenbefall muss man sofort handeln.
Wenn schon ein Kasten verwendet wird, dann bitte einen guten: wetterfest, groß genug, mit Dichtungen unter dem Deckel, einer gesicherten Belüftung durch feines Gitter und einer effektiven Wachsmottenklappe – das ist das Minimum.
Es gibt auch Alternativen zum Kasten. Beispielsweise kann man einen Steinhaufen mit vielen Höhlungen anlegen, in dem Mäuse nisten. Hummeln vertreiben diese und bauen in den Mäusenestern ihr eigenes Nest.
Wenn man einen Kasten aufstellt, hat man die Verantwortung für das Hummelvolk.